Nicht nur Wortspiele

Rosa Spieletisch Januar

Alle paar Jahrzehnte, wenn die Planeten schön aufgereiht in einer Linie stehen, dann schneit es in Berlin. Dieses Jahr ware es mal wieder so weit: Im Januar hatten wir gleich zwei Tage lang Schnee. Und gerade, während ich diese Worte schreibe, schneit es schon wieder.

Und was macht man bei Schnee? Schlittenfahren? Schneeballschlacht? Iglu bauen? Ach was, man setzt sich schön gemütlich an den Tisch und spielt Brettspiele.

Something Old

Dank eines neuen Losverfahrens zur Bestimmung des nächsten Spiels auf dem Tisch, haben wir mal wieder einen meiner All-Time-Favourites ausgepackt: Mysterium ist eines der stimmungsvollsten Spiele, das ich kenne. Und wahrscheinlich das mit der seltsamsten Prämisse: Ein Geist spukt in einem Haus und eine Gruppe Okkultistinnen versucht, das Rätsel um den Tod des Geistes zu lösen. So weit, so Cluedo. Der Geist leidet allerdings noch unter zwei Problemen:

  1. Er kann nicht mit Sprache kommunizieren, sondern kann den Okkultistinen nur über Visionen mitteilen, was passiert ist.
  2. Er leidet unter Gedächtnisproblem und weiß selbst nicht mehr genau, welches von mehreren Szenarien tatsächlich geschehen ist.

Eine Spielerin schlüpft in die Rolle dieses Geistes und versucht, den anderen Spielerinnen mit Karten mitzuteilen, wer für den Mord verantwortlich ist, wo die Tat stattgefunden hat und welche Waffe benutzt wurde. Jede Spielerin muss ihre eigene Kombination aus Mensch, Ort und Objekt finden, bevor der Geist schließlich eine Erleuchtung hat und die Okkultistinnen in der letzten Runde den tatsächlichen Mord aufklären können.

Besonders Spaß macht das Spiel im Kerzenlicht, mit einem Gong zum Zählen der vergangenen Stunden und wenn der Geist tatsächlich nicht redet, sondern nur mit Klopfzeichen signalisiert, ob richtig geraten wurde.

Und als Sahnehäubchen können die Okkultistinnen vor der letzten Runde ihre Kombination vorstellen, indem sie ihre Theorie über den Ablauf des Mordes erzählen. Je gruseliger, desto besser.

Something New

Nachdem wir über den Jahreswechsel Pandemic Legacy Seson 0 eingeschoben hatten, konnten wir im Januar endlich unsere Aftermath-Kampagne beenden. In einer postapokalytischen und menschenleeren Welt waren wir als intelligente Nagetiere unterwegs, um unsere Kolonie zu versorgen und nebenher herauszufinden, was aus unseren Vorgängern geworden ist.

Das Spiel funktioniert über eine recht einfache Kartenmechanik und wird selten richtig schwierig. Es lebt von der sehr schönen Geschichte, den nahbaren Charakteren und dem liebevoll gestalteten Storyboard. Hätte das Spiel vier bis fünf Missionen weniger gehabt, wäre ich mit dem Spiel glücklich gewesen wie die Maus im Käsekeller.

So war am Ende ein wenig die Luft raus (oder der Schimmel am Käse). Zu simpel das Spiel, zu flach der Spannungsbogen. Und dazu kam noch der ständige Ärger über sehr unübersichtliche und unklare Regeln.

Aber: Zehn Missionen lang hatte ich sehr viel Spaß mit dem Spiel und die Geschichte ist eine der schönsten, die ich bisher in einem Brettspiel erlebt habe.

Something Borrowed

Heute will ich die Gelegenheit nutzen, um ein klein wenig Werbung zu machen. Nicht für mich oder eines meiner Projekte, sondern für mein liebstes Brettspielgeschäft in Berlin, das seit ein paar Tagen einen eigenen Onlineshop besitzt. Das Brettspielgeschäft Berlin hat eine riesige Auswahl an Spielen auf Deutsch und Englisch und ein tolles Team, dass einen mit viel Einsatz dabei unterstützt, die Regale zu Hause vor immer neue Belastungsproben zu stellen.

Something BlueRosa

Die letzten zwei Monate habe ich hier im Blog nicht viel geschrieben, aber mir dafür umso mehr Gedanken gemacht, welche Richtung ich mit diesem Blog eigentlich einschlagen will.

2020 habe ich mit einigen verschiedenen Formaten experimentiert, die meisten meiner Artikel waren aber Reviews. Und die meisten davon zu großen Spielen, wie beispielsweise Dinosaur Island oder The 7th Continent.

Diese Reviews zu schreiben hat auch großen Spaß gemacht und ich bin mit dem Ergebnis jeweils sehr zufrieden, aber sie nehmen einfach viel Zeit in Anspruch.

Deshalb will ich 2021 meinen Fokus ein wenig verschieben und mehr kleinere Formate ausprobieren, um so wieder in einen regelmäßigeren Rhythmus zu kommen.

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